Newsletter 03/ 2021

Wer einmal den Menschen in sich begriffen hat…

…der begreift alle Menschen. Vielleicht hilft diese Feststellung von Stefan Zweig, die gegenwärtigen Anstrengungen zur Bildung einer neuen Bundesregierung mit Wohlwollen zu begleiten. Wir, der Souverän, haben gewählt, jetzt sind andere am Zug. Dabei geht es letztlich um Macht und die Frage, wer wieviel zu sagen haben wird. Nichts anderes geschieht nach den Wahlen auf Orts- und Kreisebene. Ausdauer ist gefragt bei denen, die verhandeln, und uns, den Wählerinnen und Wählern im Zuschauermodus. Besserwisserei oder Häme – Fehlanzeige!

In den nächsten Jahren stehen in unserem Land entscheidende Weichenstellungen an: wie produzieren wir bezahlbare Energie – und zwar berechenbar für Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen? Unser Rentensystem bedarf der Nachjustierung, um die drohende Unwucht zwischen Einzahlern und Empfängern noch rechtzeitig zu beheben. Der Arbeitsmarkt scheint leergefegt, wenn es um Fachkräfte in Handwerk und produzierendem Gewerbe geht. Dagegen steigt die Zahl der Studienanfänger kontinuierlich – und kein Ende in Sicht. Nicht wenige Menschen haben sich in der bescheidenen „Hartz IV – Nische“ eingerichtet und finden sich mit dem Verbleib im Status Quo ab. Und anderen wird unter Hinweis auf ihren Migrantenstatus Arbeit versagt. Die zeitlich befristete Anwerbung von ausländischen Arbeitskräften – beispielsweise für die Gastronomie – gleicht noch immer einem kräftezehrenden Hürdenlauf mit ungewissem Ausgang. Stellt sich doch die Frage, wie lange wir uns diesen Luxus noch leisten können bzw. ab wann denn Problemlösungen greifen sollen.

Wenn es um Zukunftsfragen geht, sind Kinder und Heranwachsende besonders hohen Einsatz wert. Fälschlicherweise wird in diesem Zusammenhang oftmals von „Chancengleichheit“ gesprochen. Die zu erreichen, erscheint utopisch. Vielmehr geht es um „Chancengerechtigkeit“ – jede(r) nach seinen/ihren Talenten, niemand soll verlorengehen – als Richtschnur eigenen Handelns!

Gerade haben wir den 31. Jahrestag der Deutschen Wiedervereinigung begangen. Hinter uns liegt eine Aufbauleistung, die ihresgleichen sucht. Und das gesellschaftliche Potential wirkt auch heute immer wieder dann faszinierend, wenn unvorhergesehene Herausforderungen bei anfänglicher Betrachtung kaum zu schultern scheinen: … Flüchtlingskrise, Flutkatastrophe…

Was uns auszeichnet, ist ein belastbarer gesellschaftlicher Zusammenhalt. Den gilt es zu bewahren und wo immer möglich auszubauen: Wertschätzung jedweder Arbeit, ausreichende Entlohnung und die Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums auch in Urlaubs- und Ballungsgebieten. Dazu eine angemessene Zukunftsvorsorge, mit der wir gegenüber nachfolgenden Generationen in den Geschichtsbüchern bestehen können. Sozialleistungen sind zu erwirtschaften bevor sie ausgegeben werden. Kein Haushaltsvorstand würde mit der Familienkasse anders umgehen, alles andere bedeutete „Leben auf Pump“!

Bleiben wir gespannt und erhalten uns den optimistischen Blick in die Zukunft. Die Grundlage dafür ist so bunt wie unser Land: ob aus festem Glauben heraus oder vielleicht eher dem Hier und Jetzt zugewandt mit den Worten Hermann Hesses: „… Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben… Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.“

In diesem Sinn grüße ich Sie herzlich

Hannes Wendroth

Zwischenstopp auf der Wahlkampftour –

Kanzlerkandidat Olaf Scholz und Bettina Hagedorn (SPD) zu Gast im HANSA-PARK

Foto: Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH/der-reporter

 

Bei dem Gespräch, an dem neben den Gast­gebern, Claudia und Christoph Andreas Leicht, u.a. David Depenau, Geschäfts­führer der Weissenhäuser Strand GmbH, Katja Lauritzen, Geschäftsfüh­rerin der Ostsee Holstein Tourismus GmbH und d. Verfasser für den UV Ostholstein-Plön e.V. teilnahmen, ging es um die aktuellen Themen aus dem Bereich Tourismus: Corona-bedingte Auflagen, Mangel an Fachkräften, Arbeitsmöglichkeiten für Menschen aus dem Ausland sowie bezahlbaren Wohnraum. Minister Scholz schien gut vorbereitet. Gleichzeitig war er offensichtlich beeindruckt von der Konzentration der o.g. Problemstellungen in der Ferienregion Ostholstein.

Insgesamt eine der Runden, in der Botschaften gesetzt werden konnten. Der Sonntagnachmittag war nicht umsonst investiert!

Meine Aktivitäten im Vorstand des Unternehmensverbandes

von Angela Metzler

Foto: UV

Seit Ende 2019 lade ich im Namen des Verbandes selbständige Unternehmerinnen und weibliche Führungskräfte zu einem Stammtisch ein. Besichtigungen der Betriebe und Themen rund um das unternehmerische Know-how werden angeboten. Diese Treffen finden abwechselnd in den Kreisen Plön und OH statt. Coronabedingt war dies leider etwas eingeschränkt.

Zuletzt hatten wir das Glück, am 24.August Gut Wittmoldt besichtigen zu können. Die Hausherrinnen Amelie von Bülow-Sartory und Schwiegertochter Mareike Sartory führten uns durch das wunderbare Anwesen.

Foto: UV / Angela Metzler

NEU: Das Thema „Nachfolge“ wird immer wichtiger. Das 1. Treffen für potentielle Nachfolger und Nachfolgerinnen des Verbandes findet im mattiehaus angela metzler in Eutin statt.

Hier werden die vordringlichsten Themen besprochen, die die Nachfolgegeneration interessieren.

Ziel ist es, das Wissen, die Kompetenz aus dem Unternehmensverband zu bündeln, um die Wege zu erleichtern, die Übernahme vollziehen zu können.

Diese Treffen werden unterstützt von Patrick Gütschow, Mitglied des Vorstandes.

Foto: UV / Kirsten Künne

Lebenswertes Malente

Bedarfsgerechte Wohnqualitäten in der Holsteinischen Schweiz lautet die Überschrift eines Modellprojekts, an dem sich auch die Gemeinde Bad Malente maßgeblich beteiligt. Absicht ist es, „Wohnen und Arbeiten in der Gemeinde Malente“ auch in Zukunft attraktiv und nachhaltig sicherzustellen. Zusammen mit Matthias Drespling, Vorsitzender DEHOGA Ostholstein, nahmen wir kürzlich unter Federführung von Bürgermeisterin Tanja Rönck an einer Befragung zum Wohnungsbedarf in Bad Malente und Umgebung teil. Die beteiligte Agentur hatte dazu ein detailliertes Fragenprofil entwickelt, zu dessen Beantwortung wir wertvolle Impulse liefern konnten.

*Integrierte Gemeindliche Entwicklungskonzepte

Fachkräfte frühzeitig binden und gewinnen

Bei einem Treffen der beiden Vorsitzenden von UV Ostholstein-Plön und UV Kiel, Lydia Bahn und Hendrik Murmann, ging es auch um die Gewinnung von Fachkräften mit akademischer Vorbildung. Beide Verbandsspitzen sprachen sich dafür aus, bei Mitgliedsunternehmen verstärkt für die Bereitstellung von Praktikumsplätzen zu werben. So könnten bereits frühzeitig Bindungen entstehen, die sich später in einem Arbeitsplatz manifestieren. Die Beziehungen zur Christian-Albrechts-Universität und zur Fachhochschule Kiel sollen nicht zuletzt vor diesem Hintergrund weiter gepflegt und ausgebaut werden.

Fotos: UV OH-Plön, UV Kiel

Reaktivierung der Schienenstrecke Malente-Lütjenburg

(Teil 1: Forschungsprojekt REAKT) von Prof. Dr. Heiner Monheim, Sven Ratjens

Seit September 2020 besteht der Verein Schienenverkehr Malente-Lütjenburg e.V. Er setzt sich für die Reaktivierung dieser für die Region wichtigen Bahnstrecke ein. Der Verein hat dafür gemeinsam mit Verkehrsexperten und Fahrzeugingenieuren ein eigenes Infrastruktur- und Fahrzeugkonzept für die angepassten Bedarfe einer ländlichen Bahnstrecke entwickelt.

Reaktivierung mit Stufenkonzept

Der Verein will die Strecke Malente-Lütjenburg erhalten und mit einem Stufenkonzept wieder sinnvoll nutzbar machen: 1. Durchführung von touristischen Verkehren. 2. Nutzung der Strecke als Reallabor mit innovativen Schienenfahrzeugen durch das Pilotprojekt REAKT. 3. Nutzung der Strecke für einen regulären Schienen-Personen-Nahverkehr (SPNV). Durch die unterschiedlichen Zeithorizonte für die Realisierung ermöglicht dieses Stufenkonzept, dass die Strecke schnellstmöglich wieder genutzt wird und spätere Stufen darauf aufbauen können.

Hohe Relevanz für die Region

Die Reaktivierung hat vor dem Hintergrund des Klimawandels, der damit zu erwartenden Veränderungen im Verkehrssektor und der entsprechend wieder steigenden Bedeutung des Verkehrsträgers Schiene große Bedeutung als Standortfaktor, um die Region Hohwachter Bucht wieder direkt an die Schiene anschließen zu können. Die Stadt Lütjenburg hat daher auch in schriftlichen Stellungnahmen hinterlegt, dass sie es für unabdingbar hält, Ihre Option dauerhaft zu wahren, wieder an den Schienenverkehr angeschlossen werden zu können. Als möglicher Betreiber des SPNV konnte bereits die norddeutsche Eisenbahngesellschaft Niebüll (neg) gewonnen werden.

Kooperationsprojekt REAKT – SolarTram mit Unternehmen und Hochschulen

Da die herkömmlichen Reaktivierungsvorhaben von Bahnstrecken häufig einen jahrelangen Realisierungszeithorizont haben, will der Verein die Zwischenzeit dafür nutzen, gemeinsam mit Hochschulen und Unternehmen auf der Strecke Malente-Lütjenburg das innovative Bahntechnikprojekt REAKT durchzuführen, bei dem ein mit Wasserstoff- und Solarenergie betriebenes Schienenfahrzeug (die „SolarTram“) sowie innovative Technologien im Bahnverkehr erprobt werden sollen (autonomes Fahren auf der Schiene, Leit- und Sicherungstechnik, Bahnübergagstechnik, IT, etc.). Die Strecke kann ideal als Forschungs- und Teststrecke genutzt werden, weil es derzeit keinen konkurrierenden Schienenverkehr darauf gibt, sie alle geforderten Charakteristiken mitbringt und die Strecke als vom Restnetz getrennte „Inselstrecke“ umfangreiche Testmöglichkeiten als Reallabor erlaubt.

Die SolarTram ist ein kleines, leichtes solar- und wasserstoffbetriebenes Schienenfahrzeug, das als „Schienenbus 2.0“ ländlichen SPNV deutlich kostengünstiger ermöglichen soll und mit einem sehr leichten Gewicht nur geringe Anforderungen an den Gleiskörper hat. Damit kann ein bundesweit bedeutsames Pilotprojekt für die lokale Region gewonnen werden, von dem der Verein sich eine große Strahlkraft für den regionalen Wirtschaftsstandort als Innovationstreiber erhofft.

Einladung zum Workshop am 29.10.2021 zum Forschungsprojekt REAKT

Für die Teststreckenoption haben bereits 20 Industrieunternehmen der Bahntechnikindustrie Schleswig-Holsteins sowie Institute der FH Kiel, der CAU, der TH und Universität Lübeck, der FH Westküste und der HAW Hamburg Interesse an der Mitwirkung bekundet. Auch beim Chef der Staatskanzlei und im Wirtschaftsausschuss des Landtags hat das Projekt Interesse geweckt und konnte dort jeweils bereits vorgestellt werden. Die beteiligten Akteure (Unternehmen & Hochschulen) wollen bei einem Workshop am 29.10.2021 im Haus des Kurgastes in Malente ihre Kooperationscluster und die zukünftigen Kooperationsmodelle definieren. Da auch der Beirat Bahntechnik SH hieran teilnehmen wird, wird die geballte Bahnindustrie Schleswig-Holsteins zu diesem Anlass in Malente zu Gast sein. Zur Teilnahme am Workshop sind auch alle interessierten regionalen Unternehmen eingeladen. Die Anmeldung kann über eine einfache Mail an info@schiene-m-l.de vorgenommen werden.

(Prof. Dr. Heiner Monheim, Sven Ratjens für Schienenverkehr Malente-Lütjenburg e.V.)

Gut informiert…

… fühlen sich 24 Mitglieder und Gäste über den aktuellen Stand der Arbeiten zur Fehmarn-Beltquerung. Unter fachkundiger Führung von Robert Schmidt, Referent Stakeholder & Kommunikation bei Femern A/S, wurden Grundzüge der Planung ausführlich erläutert. Der „Blick ins Gelände“ war nicht nur beeindruckend, sondern vermittelte auch einen ersten Eindruck. Lars Friis Cornett, Direktor bei Femern A/S ließ es sich nicht nehmen, die Gruppe zu begrüßen.

Übereinstimmendes Fazit: der Tag war gut investiert, Wiederholung dem Baufortschritt entsprechend wünschenswert.

Foto: UV / Hannes Wendroth

Für Ihren Terminkalender

14.10.2021, 18.00 Uhr

Webinar zum Thema „social media“, Sparkasse Holstein (Anmeldung noch möglich: hannes-wendroth@uv-oh-ploen.de

04.11.2021, 18.00 Uhr Webinar zum Thema „Fördermöglichkeiten“, IB SH

18.11.2021, 10.00 Uhr Präsidiumssitzung, assono GmbH Schwentinental

25.11.2021, 18.00 Uhr Vorstandssitzung, Sparkasse Holstein, Eutin

06.12.2021, 17.00 – 18.30 Uhr

Gesprächsrunde mit Sts Dr. Rohlfs zu Fragen der (Verkehrs-) Infrastruktur, Weissenhäuser Strand

16.03.2022, Mitgliederversammlung und anschl. Jahresempfang UV Oh-Plön bei der Fördesparkasse, Plön

 

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