Schilfrohr weht am Ufer eines Sees

Pressemitteilung

Bogen nicht überspannen – Zusammenhalt wahren

Mit Sorge registriert Lydia Bahn, Vorstandsvorsitzende des Unternehmensverbandes Ostholstein-Plön e.V., das sinkende Durchhaltevermögen zahlreicher Mitgliedsunternehmen. „Der finanzielle Spielraum tendiert in einigen Bereichen gegen Null“, stellt Bahn ernüchtert fest. Die verzögerte Auszahlung der Novemberhilfen und die Verlängerung des Lock Down bürden gerade kleineren und mittleren Betrieben eine Last auf, die nicht mehr zu schultern sei.

Auf breites Unverständnis stoßen k.o.-Beschränkungen für Einzelhändler, deren detaillierte Hygienekonzepte geradezu beispielgebend seien! Besonders in kleineren Einzelhandelsgeschäften könnten Kunden auflagengerecht einkaufen – eine längst fällige Alternative zu den verordneten Schließungen.

Ein düsteres Bild zeichnet Geschäftsführer Hannes Wendroth von der Situation im Hotel- und Gaststättengewerbe. Hier fehlen, so Wendroth, nicht nur die Einnahmen der letzten Monate und sichere Buchungen für den anstehenden Osterurlaub oder die Sommersaison. Mindestens ebenso gravierend ist die Frage der Personalbindung: „Kurzarbeit hält jede Familie nur eine beschränkte Zeit durch“, so Wendroth. Was läge da näher, als sich nach einer Alternative umzugucken. In der Folge wissen zahlreiche Mitgliedsunternehmen des Verbandes gar nicht, mit welcher Mannschaft sie nach Wiedereröffnung an den Start gehen können.

Wenn es um Perspektiven geht, weist Lydia Bahn auf die Initiativen von Mitgliedsunternehmen aus dem Gesundheitssektor hin. So betreibt eine Apotheke in Timmendorfer Strand zusammen mit der Kommune ein Testzentrum, um sich für die anstehende Saison und geplante Veranstal-tungen zu wappnen. Andere haben Teile ihrer Produktion auf Artikel für die Einhaltung von Hygieneauflagen umgestellt und kommen auf diese Weise durch diese schwierige Zeit.

Wendroth weist darüber hinaus auf einen Aspekt hin, der seiner Meinung nach mehr und mehr an Bedeutung gewinnt – gemeint ist der gesellschaftliche Zusammenhalt. „Wir sollten darauf achten, nicht noch mehr Menschen zu verlieren – die junge Inhaberin eines Bekleidungs-geschäftes ebenso wenig wie den Familienvater, der seinen Hauskredit nicht mehr bedienen kann!“ Eine Aufspaltung der Gesellschaft in Verlierer und Gewinner sieht Wendroth als große Gefahr für den inneren Frieden. Zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus dem Vorstand des Verbandes geht Bahn derzeit gezielt auf Mitglieder zu, die Unterstützung benötigen könnten. „Manchmal hilft schon ein offenes Ohr oder die Vermittlung notwendiger Expertise!“ Und beim Blick in Richtung der politischen Verantwortungsträger von Land und Bund weist Bahn eindringlich auf den nach ihrer Meinung nicht nur bei IT-Unternehmen bewährten Dreiklang hin: „Bodenhaftung behalten, aus Erfahrungen lernen, Perspektiven bieten!“